Im Geschäftsjahr 2024 verzeichnete die Wirtschaftskanzlei Noerr einen leichten Umsatzrückgang, während das folgende Jahr 2025 wieder ein moderates Plus zeigte – trotz eines deutlichen Personalabbaus. Die Zahlen verdeutlichen, wie stark die regionale Strategie und die Wahl der Wachstumstreiber das Ergebnis beeinflussen. Im Folgenden werden die Umsatzentwicklung, die Ursachen des Rückgangs, die wichtigsten Treiber und die Veränderungen im Personalbestand detailliert dargestellt.
Umsatzentwicklung 2023-2025 im Überblick
Gesamtumsatz und Deutschland-Umsatz im Detail
- 2023: Gesamtumsatz 333,1 Mio €, Deutschland-Umsatz 317,8 Mio €.
- 2024: Gesamtumsatz 330,4 Mio € (-0,81 % gegenüber 2023), Deutschland-Umsatz 322,7 Mio € (+1,8 % gegenüber 2023).
- 2025: Gesamtumsatz 328,4 Mio € (leicht über dem Niveau von 2024, laut Kanzlei).
Der leichte Rückgang im Jahr 2024 ist primär auf den Rückzug aus den mittel- und osteuropäischen Märkten zurückzuführen, während das Kerngeschäft in Deutschland weiter wuchs.
Ursachen des leichten Umsatzrückgangs 2024
Rückzug aus Mittel- und Osteuropa
Im Jahr 2024 hat Noerr die Standorte in Bratislava, Bukarest und Prag an das Netzwerk Kinstellar überführt. In Warschau und Budapest erfolgte jeweils ein Management-Buyout. Dieser Schritt reduzierte den Osteuropa-Umsatzanteil von 15,3 Mio € im Jahr 2023 auf nur noch 7,8 Mio € im Jahr 2024.
- Bratislava, Bukarest, Prag → Transfer zu Kinstellar
- Warschau, Budapest → Management-Buyout
- Osteuropa-Umsatz 2024: 7,8 Mio € (2023: 15,3 Mio €)
Der Rückzug erklärt den scheinbaren Gesamtumsatzrückgang, obwohl der deutsche Geschäftsbereich um 1,8 % wuchs.
Wachstumstreiber 2024/2025: Restrukturierung und High-End-M&A
Beispiel-Deals, die das Ergebnis stützten
Parallel zum Regionalrückzug setzte Noerr auf stark wachsende Geschäftsbereiche. Das Restrukturierungsgeschäft boomte 2024, und mehrere hochkarätige M&A-Transaktionen wurden erfolgreich beraten.
- Mercedes-Benz: Beratung beim Realignment des Fahrzeugvertriebs.
- WTS Group: Unterstützung bei der EQT-Partnerschaft.
- Generali: Beratung beim Kauf von Viridium.
Zusätzlich investierte die Kanzlei in Legal-Tech -Lösungen und Künstliche Intelligenz, um die Profitabilität zu erhöhen – obwohl konkrete Zahlen zur Profitabilität nicht veröffentlicht wurden.
Mitarbeiterentwicklung und Fokus auf qualitatives Wachstum
Noerr betont, dass das qualitative Wachstum nicht über die reine Personalzahl gemessen wird. Dennoch zeigen die Zahlen einen klaren Rückgang:
- Gesamtmitarbeiter 2024: 1.002 Personen.
- Gesamtmitarbeiter 2025: 926 Personen.
- Berufsträger (Anwälte, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Paralegals) 2024: 540.
- Berufsträger 2025: 489.
Dr. Alexander Ritvay, Co-Kanzleisprecher, beschreibt die Strategie als „qualitatives Wachstum durch Effizienz“.
Profitabilität und Investitionen in Legal Tech
Die Kanzlei gibt an, die Profitabilität im Geschäftsjahr 2024 gesteigert zu haben, ohne Details zu nennen. Die Investitionen in Legal-Tech und KI-gestützte Prozesse sollen langfristig die Margen verbessern und die Wettbewerbsfähigkeit in der stark umkämpften Anwaltsbranche sichern.
Fazit
Die Umsatzentwicklung von Noerr in den Geschäftsjahren 2024 und 2025 zeigt, wie stark regionale Entscheidungen das Ergebnis beeinflussen können. Der Rückzug aus Mittel- und Osteuropa führte zu einem leichten Gesamtumsatzrückgang, während das Kerngeschäft in Deutschland weiter wuchs. Hochwertige Restrukturierungs- und M&A-Deals sowie Investitionen in Legal-Tech bildeten die Haupttreiber für das positive Ergebnis 2025, trotz eines signifikanten Personalabbaus. Die Strategie der Kanzlei, auf qualitatives Wachstum und gesteigerte Profitabilität zu setzen, dürfte ihre Position im deutschen Markt weiter festigen.











