Der Wechsel von Dr. Philipp Hanfland und Maximilian Bülau zu Sullivan & Cromwell markiert einen wichtigen Schritt für die US-Kanzlei, die in Deutschland eine eigene Litigation-Praxis etablieren will. Gleichzeitig spiegelt diese Personalentscheidung das wachsende Interesse an wirtschaftlichen Streitigkeiten im deutschen Rechtsmarkt wider – ein Markt, der in den letzten Jahren durch steigende Fallzahlen und eine jährliche Wachstumsrate von 5,3 % im Jahr 2022 gekennzeichnet ist.
Hintergrund des Partnerwechsels zu Sullivan & Cromwell
Die beiden erfahrenen Wirtschaftsstreit-Partner Dr. Philipp Hanfland und Maximilian Bülau verlassen die renommierte Kanzlei Hengeler Mueller, um bei Sullivan & Cromwell in Frankfurt ein neues Litigation-Team aufzubauen. Beide Partner sind seit vielen Jahren auf Wirtschaftsstreitigkeiten spezialisiert und bringen umfangreiche Expertise in den Bereichen Gesellschaftsrecht, Insolvenzrecht, Kapitalmarktrecht sowie Vertrags- und Gesellschaftsstreitigkeiten mit.
Philipp Hanfland – neue Führung der europäischen Disputes-Praxis
- Eintritt bei Hengeler Mueller 2007 in Düsseldorf, später Wechsel nach Frankfurt
- Aufnahme in die Partnerschaft Anfang 2013
- Beratung von Unternehmen in Schieds- und Gerichtsverfahren mit Schwerpunkten Gesellschaftsrecht, Insolvenzrecht und Kapitalmarktrecht
- Wird künftig die Führung der europäischen Disputes-Praxis von Sullivan & Cromwell übernehmen
Maximilian Bülau – Schwerpunkt Commercial Litigation
- Beitritt zu Hengeler Mueller im Februar 2013
- Partner seit Januar 2020
- Fokus auf Streitigkeiten im Vertrags- und Gesellschaftsrecht sowie im Kapitalmarktrecht
- Gemeinsame Leitung der neuen deutschen Litigation-Praxis bei Sullivan & Cromwell
Wachstum des Litigation-Marktes in Deutschland
Die Nachfrage nach Rechtsdienstleistungen im Bereich Litigation hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Laut einer Marktanalyse des Deutschen Instituts für Normung (DIN) in Zusammenarbeit mit dem DIW Berlin betrug die jährliche Wachstumsrate des Litigation-Marktes im Jahr 2022 5,3 %. Gleichzeitig stieg die Zahl neuer wirtschaftlicher Streitigkeiten auf rund 1.000 Fälle.
Gründe für das Marktwachstum
- Steigende Komplexität internationaler Geschäftsbeziehungen
- Verstärkte rechtliche Rahmenbedingungen, die Unternehmen zu gerichtlichen Auseinandersetzungen bewegen
- Erhöhte Bereitschaft von Unternehmen, rechtliche Risiken aktiv zu managen
Strategische Bedeutung für Sullivan & Cromwell
Der Schritt, eine eigene Litigation-Praxis in Deutschland aufzubauen, ist strategisch bedeutsam. Durch die Integration von Hanfland und Bülau kann die US-Kanzlei ihr Portfolio im Bereich Wirtschafts- und Unternehmensstreitigkeiten erweitern und zugleich von einem wachsenden Markt profitieren. Die Kombination aus lokaler Expertise und internationaler Reichweite soll es Sullivan & Cromwell ermöglichen, sowohl deutsche als auch grenzüberschreitende Mandanten umfassend zu betreuen.
Risiken und Herausforderungen beim Aufbau einer neuen Praxis
Der Aufbau einer neuen Litigation-Praxis in einem bereits etablierten Markt birgt jedoch erhebliche Risiken. Zu den wichtigsten Herausforderungen zählen:
- Hohe Anfangskosten für Personal, Infrastruktur und Marketing
- Risiko einer begrenzten Verfügbarkeit von Mandanten in einem wettbewerbsintensiven Umfeld
- Notwendigkeit, schnell Vertrauen bei potenziellen Klienten aufzubauen, um Marktanteile zu sichern
Dennoch bieten die stabile Marktstruktur und die steigende Nachfrage nach rechtlicher Vertretung in Wirtschaftsstreitigkeiten vielversprechende Perspektiven für die langfristige Etablierung der Praxis.
Fazit
Der Wechsel von Philipp Hanfland und Maximilian Bülau zu Sullivan & Cromwell ist ein klarer Indikator für die wachsende Bedeutung des Litigation-Marktes in Deutschland. Mit einer jährlichen Wachstumsrate von 5,3 % und rund 1.000 neuen wirtschaftlichen Streitfällen im Jahr 2022 bietet der Markt attraktive Chancen, aber auch erhebliche Herausforderungen. Die strategische Entscheidung der US-Kanzlei, eine spezialisierte Litigation-Praxis aufzubauen und dabei auf die Erfahrung der beiden Partner zu setzen, könnte die Position von Sullivan & Cromwell im deutschen Rechtsumfeld nachhaltig stärken.


