Thomson Reuters hat die neue End-to-End-Lösung CoCounsel Drafting vorgestellt – ein GenAI-basiertes Tool, das das Erstellen und Überarbeiten juristischer Dokumente direkt in Microsoft Word ermöglicht. Durch die Verknüpfung mit vertrauenswürdigen Inhalten wie Practical Law und firmeneigenen Vertragsdatenbanken reduziert das System die Drafting-Zeit erheblich, steigert die Produktivität und erhöht die Dokumentenqualität. Anwälte berichten von einer Zeitersparnis von ein bis zwei Stunden pro Projekt und einer Verkürzung der Turn-around-Zeit von drei- bis vier auf ein bis zwei Geschäftstage.
Was ist CoCounsel Drafting?
CoCounsel Drafting ist die neueste Erweiterung von CoCounsel, dem ersten professionellen GenAI-Assistenten von Thomson Reuters. Das Tool unterstützt Juristen in allen Phasen der Vertragserstellung – vom Finden des besten Ausgangspunkts bis zur automatisierten Fehlerkorrektur – und bleibt dabei vollständig in Microsoft Word integriert, sodass kein Wechsel zu anderen Anwendungen nötig ist.
- End-to-End-Lösung für das Drafting rechtlicher Dokumente
- Integration von Practical Law, firmeneigenen Vertrags-Repositorien und Contract Express-Templates
- Direkte Nutzung innerhalb von Microsoft Word
Kernfunktionen und technische Integration
Die wichtigsten Funktionen von CoCounsel Drafting lassen sich in drei Bereiche gliedern: Recherche, Erstellung und Review.
Recherche und Ausgangspunkt
- Clause-Search: Durchsucht Bibliotheken mit eigenen Verträgen, SEC-Exhibits und Practical Law-Klauseln.
- AI-Assisted Research: Verknüpft Inhalte aus Westlaw, fügt Hyperlinks zu Authorities ein und markiert KeyCite-Flags.
- Playbook-Management: Erstellt Playbooks aus Precedent Contracts und bietet Negotiation Guidance.
Erstellung und Anpassung
- Natürliche Sprachsteuerung für die Formulierung und Verbesserung von Klauseln.
- CoCounsel Chat analysiert Dokumente und generiert Anfragen oder Objections.
- Deal Proof erkennt automatisch Errors, Inconsistencies und fehlende Informationen.
Review und Redlining
- Deviation Detection vergleicht Verträge mit Playbooks, flaggt Risiken und schlägt Alternativen vor.
- Automatisierte Redlining und Deviation Analysis basierend auf Practical Law-Playbooks.
- Integration mit SharePoint, OneDrive, NetDocs, iManage und HighQ für nahtlose Suche und Dokumentenmanagement.
Quantifizierte Zeit- und Effizienzgewinne
Mehrere Quellen belegen die messbaren Vorteile von CoCounsel Drafting:
- Reduktion der Drafting-Zeit um 25 % oder mehr durch Automatisierung von Routineaufgaben wie Discovery Requests.
- Ein- bis Zwei-Stunden-Einsparung pro Projekt, bestätigt von Joshua R. Driskell, Managing Partner bei Lagerlof LLP.
- Verkürzung der durchschnittlichen Turn-around-Zeit von drei- bis vier auf ein bis zwei Geschäftstage, zitiert von J.J. Ball, Legal Counsel bei Systemiq.
Diese Zahlen unterstreichen, dass das Tool nicht nur Zeit spart, sondern auch die Qualität der erstellten Dokumente erhöht, weil Routinefehler automatisch erkannt und korrigiert werden.
Litigation-spezifische Features
CoCounsel Drafting erweitert seine Fähigkeiten über reines Contract Drafting hinaus und bietet spezielle Funktionen für Litigation-Teams:
- Drafting von Discovery Requests und Responses.
- Automatisierte Playbook-Erstellung aus Precedent Contracts mit integrierter Negotiation Guidance.
- Hyperlink-Insertion zu Authorities und KeyCite-Flags direkt im Word-Dokument.
- Deal Proof für die Erkennung von Errors und Inconsistencies in Litigation-Dokumenten.
Jake Heller, Head of Product bei CoCounsel, betont, dass die neuen Litigation-Funktionen „die Drafting-Zeit für Litigators um 25 % oder mehr reduzieren“.
Integration in bestehende Systeme und Workflows
Die nahtlose Anbindung an Microsoft Word ermöglicht Juristen, sofort mit dem Tool zu arbeiten, ohne umfangreiche Schulungen. Zusätzlich unterstützt CoCounsel Drafting:
- SharePoint, OneDrive, NetDocs, iManage und HighQ für die Dokumentensuche.
- Contract Express-Templates und firmeneigene Vertrags-Repositorien als Ausgangsmaterial.
- Live-Draft-Funktionen, die Änderungen in Echtzeit anzeigen.
Die Verfügbarkeit wird zunächst in den USA, im Vereinigten Königreich (später im Jahr) und anschließend in Kanada angeboten.
Potenzielle Herausforderungen und notwendige Kontrollen
Obwohl CoCounsel Drafting erhebliche Vorteile bietet, gibt es einige Aspekte, die Anwender berücksichtigen sollten:
- Abhängigkeit von Microsoft Word und integrierten Systemen wie SharePoint kann in nicht-standardisierten Umgebungen zu Kompatibilitätsproblemen führen.
- Kleinere Kanzleien ohne Dokumenten-Management-System müssen Schulungen absolvieren, um das volle Potenzial auszuschöpfen.
- AI-generierte Inhalte können Halluzinationen oder Kontextfehler enthalten – eine menschliche Endkontrolle bleibt zwingend erforderlich.
- Professionelles Training auf vertrauenswürdigen Inhalten ist notwendig, um Fehlvertrauen zu vermeiden.
Fazit
CoCounsel Drafting stellt einen bedeutenden Fortschritt für juristische Fachkräfte dar. Durch die enge Verknüpfung von Generativer KI, Practical Law und firmeneigenen Datenbanken ermöglicht das Tool eine Zeitersparnis von bis zu 25 % und verkürzt die Bearbeitungszeit von Dokumenten erheblich. Die speziell für Litigation entwickelten Funktionen, wie das Drafting von Discovery Requests und die automatische Fehlererkennung, erweitern das Einsatzspektrum deutlich. Gleichzeitig erfordert die Nutzung ein bewusstes Vorgehen hinsichtlich Systemkompatibilität und menschlicher Qualitätskontrolle. Insgesamt liefert Thomson Reuters mit CoCounsel Drafting ein professionelles, produktivitätssteigerndes Werkzeug, das die Qualität juristischer Dokumente erhöht und gleichzeitig die Arbeitsbelastung der Anwälte reduziert.


